Möbelbörse Potsdam

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Möbelbörse Teltow

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Zu schade zum Wegwerfen

von Tobias Reichelt

Neue Ware. Täglich erreichen die Möbelbörse in Teltow neue gebrauchte Dinge, die andere aus ihrem Haushalt aussortiert haben. Foto: Tobias Reichelt

Spielzeug, Schränke und Schuhe: Die Möbelbörse in Teltow zeigt, wie Abfall vermieden werden kann

Teltow - Glitzernde Weihnachtsbaumkugeln, ein paar Elche aus Keramik und ein Schneemann mit roter Mütze. Doris Künster nimmt das Weihnachtsangebot der Möbelbörse in Teltow in Augenschein. Alles ist gebraucht, aber gut in Schuss, freut sich die zurückgekehrte Auswanderin. 15 Jahre hat sie auf Teneriffa gelebt, ihren halben Haushalt ließ sie in Spanien zurück. Jetzt muss Ersatz her. „Das ist ein super Preis“, sagt Künster und zeigt auf drei schicke Weihnachtstassen, die an ihrem Finger baumeln. Auch die fehlen noch im neuen Heim. Für drei Euro sind es nun ihre.

Mit einer europäischen Woche der Abfallvermeidung wollen Behörden, Verwaltungen und auch soziale Einrichtungen wie der Gebrauchtwarenmarkt in Teltow derzeit Menschen zum Umdenken bewegen. Verbraucher sollen Produkte länger nutzen und Müll vermeiden, das ist das Ziel der noch bis Freitag andauernden Aktion. Bislang klappt das eher schlecht als recht: Das Abfallaufkommen der Deutschen ist in der Vergangenheit gestiegen, von 441 Kilo pro Jahr und Einwohner auf 527 Kilo im Jahr 2010. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, macht dafür eine „Ex- und Hopp-Mentalität“ verantwortlich. Kurzlebige Bil-ligprodukte würden immer schneller entsorgt.

Ex und Hopp, aber eigentlich zu schade zum Wegwerfen – das gilt für fast alle Artikel in der Teltower Möbelbörse. Von der Teetasse bis zum Schlafzimmerschrank, wird etwas im Haushalt benötigt, gibt es das für schmales Geld in der Oderstraße 23, sagt Marktleiterin Margit Dohrmann. Staubsauger, Herde und Besteck. Alles Produkte, die andere Menschen aussortiert haben: Der Pullover zu klein, die Couch aus der Mode, das Spielzeug langweilig, die Wohnzimmerlampe in der falschen Farbe. Reif für den Sperrmüll seien die meisten Dinge oft nur aus ästhetischer Sicht. „Wir achten sehr darauf, dass es gut erhaltene Möbel sind, die wir annehmen.“ Schrankwände, Couchtische, Kinderbetten, Teppiche: Die Liste der Abholaufträge ist prall gefüllt. Alles was in der Börse landet, wird gespendet. Große Sachen werden von Mitarbeitern der gemeinnützigen Einrichtung abgeholt. Verwaltet wird die Möbelbörse vom Potsdamer Verein Rückenwind, der auch am Stern und am Haeckelmarkt ähnliche Einrichtungen betreibt. Geld gibt es für die Sachen nicht. Nur ein gutes Gewissen. „Durch uns wird weniger weggeschmissen. Das ist es doch, was wir erreichen wollen“, sagt Dohrmann.

Auch die Teltowerin Ilse Erdmann schaut deshalb gerne mal in die Möbelbörse rein. Heute hat sie einen neuen Roman für sich gefunden. Ihr Mann hat die Gelegenheit im Gegenzug genutzt, um eine Kollektion alter Sammeltassen loszuwerden. Die finden bestimmt einen Käufer, sagt Ilse Erdmann. „Man hat ja oft Sachen, die andere gebrauchen können.“

Ein Stück weiter nimmt der stellvertretende Marktleiter Frank Walluschek ein Doppelbett unter die Lupe. 79 Euro kostet es. Der Lattenrost sieht aus wie neu, die Matratzen sind gut erhalten. Lediglich der Rahmen hat Schönheitsfehler. Wer dringend ein Bett braucht, wird darauf nicht achten. Zudem gibt es 25 Prozent Rabatt für Arbeitslose, Studenten, Rentner oder Flüchtlinge.

Walluschek ist einer der Angestellten, die ihre Arbeit in der Möbelbörse als Ein-Euro-Jobber begannen. Dank vieler Warenspenden und des gut laufenden Geschäfts hat er inzwischen einen Vollzeitjob. Mit etwas Glück seien in dem Gebrauchtwarenmarkt auch ganz neue Artikel zu ergattern, erzählt Walluschek. Im Möbelhaus nebenan hatte ein Herr eine dreiteilige Sitzgarnitur gekauft. Doch der dazugehörige Zweisitzer passte nicht in seine Wohnung. Noch verpackt, landete das gute Stück in der Möbelbörse und nicht auf dem Müll.

Oderstraße 23 in Teltow, geöffnet von 9 bis 18 Uhr, Samstags von 10 bis 14 Uhr